![]() Psychologische Psychotherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen |
Sachse, Rainer Hogrefe Psychologische Psychotherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Patienten mit chronisch entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa) zeigen charakteristische dysfunktionale Verarbeitungsmuster und Handlungsregulationen. Sie weisen in der Regel zu Therapiebeginn aber nur geringe Therapiemotivation und unzureichende Problemdefinitionen auf. In diesem Buch wird ein spezifisches psychotherapeutisches Vorgehen vorgestellt, das Patienten hilft, Problemdefinitionen und Änderungsmotivationen zu entwickeln, und das zu großen Veränderungen in relevanten Verarbeitungs- und Handlungsregulationsprozessen führt. Daraus resultiert eine starke Reduktion der körperlichen Symptomatik. Dieses Therapieverfahren hilft Therapeuten, konstruktiv mit den Patienten umzugehen und ihnen Veränderungen zu ermöglichen. Rezension aus der Zeitschrift "Deutsches Ärzteblatt" (Jg. 103/Heft 50) Der Schwerpunkt des vorgestellten Behandlungsmodells liegt auf einer interventionsorientierten Störungstheorie, in der insbesondere die vier Komponenten Entfremdung, mangelhafte Reflexion, Außenorientierung und defizitäres Selbstkonzept der von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CEDE) betroffenen Patienten beeinflusst werden sollen (Bearbeitung dysfunktionaler Schemata). Der Autor stellt dieses Modell als störungsspezifisches therapeutisches Vorgehen bei CEDE vor und konstatiert sehr gute Behandlungsergebnisse. Demgegenüber bleiben nach Auffassung des Autors die CEDE-Patienten zu lange im rein internistischen Sektor der Gesundheitsversorgung, der in der Reduktion oder Heilung der Erkrankung wenig effektiv sei. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Behandlungskonzept - bezogen auf Veränderungen psychologische Parameter - durchaus wirksam sein dürfte. Im Hinblick auf die Beeinflussung der CEDE vermisst man aber Angaben über einschlägige gastroenterologische Parameter und spezifische Outcome-Variablen für eine Verbesserung der chronisch entzündlichen Darmerkrankung selbst. Hier hat offensichtlich eine Zusammenarbeit mit einer entsprechenden medizinischen Einrichtung gefehlt (die behandelten Patienten wurden über Zeitungsanzeigen und Radiomitteilungen für die Studie rekrutiert). Fazit: Ein durchaus interessanter und im Hinblick auf bestimmte psychologische Parameter gegebenenfalls auch erfolgreicher Behandlungsansatz. Seine spezifische Wirksamkeit bei CEDE müsste aber noch in einem dafür geeigneten Studiendesign nachgewiesen werden. Ulrich Rüger |
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Institut für Psychologische Psychotherapie Prof. Rainer Sachse - www.ipp-bochum.de |