![]() Wie ruiniere ich meine Beziehung - aber endgültig |
Sachse, Rainer und Claudia , Klett-Cotta: Wie ruiniere ich meine Beziehung - aber endgültig "Haben Sie noch etwas mit Ihrem Mann gemeinsam?" "Ja, wir haben am selben Tag geheiratet." Falls Sie in einer festen Beziehung leben, dann sollten Sie dringend darüber nachdenken, wie Sie diesen undynamischen Zustand abstellen können. Und sollte Ihre Beziehung bereits kriseln, dann benötigen Sie dringend Strategien, wie Sie aus der Krise ein handfestes Desaster machen können. Sie brauchen dieses Buch also auf alle Fälle, denn es sagt Ihnen, wie Sie mit einfachen Mitteln Ihre Beziehung innerhalb kürzester Zeit ruinieren können. Zur Not läßt sich das Buch auch anders lesen: als Anregung dazu, bestimmte, häufig vorkommende und gravierende Fehler zu vermeiden, um somit eine Beziehungskrise zu verhindern oder sogar zu beenden. Man kann die Ratschläge auch so nutzen, daß man die Schwierigkeiten in der Beziehung analysiert, versteht und sein eigenes Handeln ändert. Aber das wäre ja langweilig und würde zu einer stinknormalen Beziehung führen, ohne Dynamik, ohne Mißverständnisse, ohne Teufelskreise und selbsterfüllende Prophezeiungen: kurzum öde, unattraktiv und ohne Herausforderung. Rezension aus der Zeitschrift „wir eltern“ Natürlich ist der Titel ironisch gemeint. Obwohl: Bei genauer Betrachtung scheinen sehr viele Paare tatsächlich jeden Anlass für Missverständnisse, Ärger und Frust zu nutzen, um daraus eine Krise entstehen zu lassen und damit die Beziehung langsam zu vergiften. Das Therapeuten-Ehepaar Rainer und Claudia Sachse hat es bisher nicht geschafft, seine Beziehung zu ruinieren und lebt seit 21 Jahren zusammen. Ihre Ratschläge lesen sich deshalb auch anders: als Anregung dafür bestimmte häufig vorkommende und gravierende Fehler zu vermeiden und somit eine Krise zu verhindern bzw. zu beenden. Für Anfänger klingt das zum Beispiel so: „Loben Sie Ihren Partner nie, gehen Sie davon aus, dass alles, was der Partner gut macht, selbstverständlich ist und keiner Anerkennung bedarf“ Die Spielchen der Fortgeschrittenen, die bisher also keinen endgültigen Erfolg im Ruinieren ihrer Beziehung hatten, sind entsprechend raffinierter: Sie heißen „Blöd Spiel“ („Ich bin dumm und du bist schlau“) oder „Armes Schwein“ („Ich bin ja so arm dran“) oder „Immer-ich-Spiel“. Es gibt viele Möglichkeiten, sagen die Autoren zum Schluss, eine Beziehung zu pflegen oder sie gegen die Wand zu fahren. „Diese Entscheidung liegt immer bei Ihnen. In jedem Fall wünschen wir Ihnen viel Erfolg!“ Doris Michel Rezension vom ekz-Informationsdienst Methodisch ähnlich wie in Schwarz ärgern - aber richtig (BA 10/03) geht der Psychotherapeut Sachse, diesmal in Kooperation mit seiner Frau, das Thema Beziehungskrisen und deren Bewältigung nach Art der Provokativen Therapie an: Die Autoren treiben sowohl für den Anfänger als auch den Fortgeschrittenen diverse Strategien und “Interaktionsspielchen“, die in Beziehungen und Ehen immer wieder auf der Agenda stehen, auf die Spitze und wollen mit dieser satirischen Brechung den Leser im wahrsten Sinne des Wortes vor den Kopf stoßen und Nachdenken und ggf. Veränderung anregen. Damit begriffsstutzige Nutzer auch mitbekommen, was nun erwünscht ist und was nicht, helfen die Autoren mit entsprechenden Icons in Smiley-Format aus. Gern empfohlen für Leute, die bei allem Beziehungs-Frust auch über den Dingen stehen können. (Das Autorenpaar zumindest hat es in 21 Ehejahren nicht geschafft, seine Verbindung gegen die Wand zu fahren). Uwe-Friedrich Obsen Ein Beitrag für MDR Figaro von Bettina Baltschev Anmoderation: Wenn der Haussegen schief hängt, gibt es nicht wenige, die zu Beziehungsratgebern greifen und die tragen dann so eingängige Titel wie „Ich will bleiben, aber wie?“ oder „Das Geheimnis wundervoller Beziehungen“. Es geht allerdings auch anders. Der beste Weg, Problemen in der Beziehung aus dem Weg zu gehen, ist, die Beziehung zu beenden. Das jedenfalls sagten sich Rainer und Claudia Sachse. Das Psychologenpaar hat jetzt ein Buch geschrieben „Wie ruiniere ich meine Beziehung aber endgültig.“ Bettina Baltschev, glücklicher Single, hat es, natürlich völlig unbefangen, für uns gelesen. Beitrag: Manfred Krug Lass ab, lass ab, hör auf damit, das geht mir auf die Nerven! Hör auf, hör auf, genug davon, das geht mir auf die Nerven! Ich versprach dir hundertmal, dass beinah gar nichts mit ihr, war, nur höchstens nahm mich ihr feuerrotes Haar, ein bisschen für sie ein. … Nur dass das gleich klar ist, ich brauche keinen Beziehungsratgeber. Und ich brauche auch keinen Ratgeber, der mir sagt, wie ich eine Beziehung beende. Es war reine Neugier, das Interesse am Schicksal meiner Mitmenschen, das mich zu diesem Buch greifen ließ. „Wie ruiniere ich meine Beziehung, aber endgültig“. Schon der Titel ist Selbstmord. Ulla Meinecke Räum deine Sachen raus, dein Unschuldslachen raus, pack deine Sprüche ein, die Flüche obendrein, dein Pinup-Magazin, Motorradbatterien, räum deine Socken raus, denn heute ziehst du aus. Also, ich habe das Buch gekauft und an der Kasse einfach behauptet, es wäre ein Geschenk. Die Kassiererin hat nur mitleidig gelächelt. Aber was steht denn nun drin in diesem Ratgeber? Es gibt zwei Teile: Ratschläge für Anfänger und Ratschläge für Fortgeschrittene. Die für Anfänge lauten zum Beispiel: Räumen Sie regelmäßig den Schreibtisch Ihres Partners auf. Stellen Sie je Beziehung immer wieder grundlegend in Frage. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Partner Telepath ist und sie ihm deshalb nichts erklären müssen. Das klingt logisch. Falls mir doch mal wieder eine Beziehung passiert, werde ich diese Ratschläge sofort anwenden. Bei Fortgeschrittenen scheint die Sache etwas komplizierter. Offensichtlich tun die sich schwerer mit dem Beenden ihrer Beziehung, die vielleicht sogar schon in eine Ehe ausgeartet ist. Hier empfehlen Rainer und Claudia Sachse Rollenspiele. Zum Beispiel das „arme-Schwein-Spiel“: Ich kann nicht mit zu deinen Eltern gehen, ich kann deine Mutter nicht ertragen! Wenn ich ihr nur fünf Minuten zuhöre, bekomme ich unerträgliche Kopfschmerzen und die habe ich dann drei Tage lang! Ich sage es doch, keine Beziehung, keine Schwiegereltern, keine Kopfschmerzen. So einfach ist das. Ist doch auch irgendwie mutig, das mal aufzuschreiben, was andere bisher nur gedacht haben. Immer dieses Gerede, man müsse sich zusammenreißen, aneinander wachsen, Verständnis zeigen. Das führt doch letztlich zu nichts. Oder nehmen wir das „ich-kann-doch-nichts-dafür-Spiel“: Ich kann für gar nichts etwas! Ich bin nicht schuld an und nicht verantwortlich für meine Probleme! Zeige Verständnis für mich! Stelle keine Anforderungen an mich! Hilf mir, mein Problem lebbar zu machen! Genau, lebbare Probleme, darum geht es. Wozu reden, sich vertrauen, gar Fehler zugeben. Das sind Methoden aus der Hippie-Zeit. Letztlich geht es doch um das Individuum. Ich lebe mit meinen Problemen eigentlich ganz gut und was das Beste ist, ich muss sie mit niemandem teilen! Schön ist auch das „ich-bin-der-Bestimmer Spiel“: Ich will nicht kritisiert werden! Ich will in der Schlange vorgelassen werden, weil meine Zeit viel wichtiger ist als die anderer Leute! Mir steht eine besonders respektvolle Behandlung zu Respektvolle Behandlung. Ich will, dass man auf mich Rücksicht nimmt, das habe ich mir verdient. Ich möchte mich nicht anstrengen, ich möchte nicht an mir arbeiten. Das ist ein ganz schön kluges Buch. Man weiß hinterher genau, was man machen muss, um seine Beziehung zu ruinieren. Oder gerade nicht? Naja, so richtig konsequent sind die Autoren nicht und am Ende kommt das große Augenzwinkern: Sie verstehen, lieber Leser, dass wir das eigentlich ganz anders meinen. Na, da wären wir Leser jetzt aber von alleine nicht drauf gekommen. Trotzdem, besser man fängt so etwas wie eine Beziehung gar nicht erst an. Oder um es mit dem Worten einer Kreuzberger Hauswand zu sagen: Lieber einen wackeligen Kneipentisch als eine feste Beziehung. Und allen, die es schon erwischt hat, die schuldlos in eine Beziehung hineingerutscht sind, empfehle ich dringend die Lektüre dieses Buches „Wie ruiniere ich meine Beziehung - aber endgültig.“ Es lohnt sich. Manfred Krug Wirklich weiter war nichts, nichts zwischen uns. Glaub mir, weiter war nichts, gar nichts, und wenn du‘s nicht glaubst, ja dann musst du‘s lassen. Abmoderation: Hier handelt es sich offensichtlich um einen Ratgeber, der einen gewissen Grad an Ironieverständnis voraussetzt. Aber vielleicht hilft ja auch eine Prise Humor, wenn man nicht mehr so recht weiter weiß, mit dem Partner und der Partnerin. Die Autoren Rainer und Claudia Sachse sind jedenfalls seit 22 Jahren glücklich verheiratet. Ihr Buch „Wie ruiniere ich meine Beziehung-aber endgültig“ ist im Klett-Cotta Verlag erschienen und kostet 12,50 Euro. Rezension aus der Zeitschrift "WMW - Wiener Medizinische Wochenschrift"(15/16/06) Eine Beziehung wird eingegangen, weil man glaubt, gemeinsam mehr zu erreichen: Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Solidarität, etc. Da aber jeder der Partner nicht aufhört, ein eigenes Individuum zu bleiben, bedeutet es kein Verschmelzen, sondern die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten, Wünsche und Ansichten ständig im Sinne von Kompromissen übereinzustimmen, sodass sie (zumindest einigermaßen) zusammen passen. Das ist kein Momentan-Aspekt, sondern er besteht während des ganzen Andauerns einer Beziehung, das heißt: muss bestehen, sonst dauert die Beziehung nämlich nicht an. Leider lernt man "Beziehung" nirgends perfekt. Die Elternbeziehung kann gut gewesen sein oder auch ein negatives Vorbild liefern. (Hoch-)Schule liefert lexikalisches Wissen, aber wenig Verhaltensstrategie (respektive diese wieder nur nebenbei, wenn man offene Augen und Ohren hat). Unser Hirn ist "verstopft" (so hat es ein anderer Paartherapeut genannt) mit hunderten völlig falschen Stereotypien von schöner Literatur über Hollywoodklischees, Promiententalks in Fernsehen und Illustrierten bis zur Kinderliteratur. Wir sind in der heutigen Zivilisation eigentlich alle ziemlich allein gelassen mit dem eigenen Lernen am Fehler (try and error). Viele ältere Menschen sagen seufzend: "Hätte man mir das nur früher gesagt!" Das vorliegende Buch will also einiges "früher sagen", bevor man unwiederbringlich auf die Nase gefallen ist. Das "endgültig" im Titel heißt eigentlich: "Wie kann ich das Endgültige vermeiden?" Ein Fehlstereotyp: Wahre Liebe hält ewig. In Wahrheit ändert sich jeder der beiden Menschen und ihre Beziehung laufend, und man muss darauf gefasst sein und darauf immer wieder flexibel eingehen. Loben Sie ihren Partner nie. Gehen Sie davon aus, dass alles, was der Partner gut macht, selbstverständlich ist und keine Anerkennung bedarf. Wenn Sie es so hören, werden Sie es selbst für absurd halten, und doch wird es vielfach so gemacht und Beziehungen scheitern daran. Statt zu wissen, dass Anerkennung wie ein Futter ist: Wenn man es konsumiert und aufgebracht hat, braucht man immer wieder neues Futter. Solidarität ist eine Grundvoraussetzung für das Fortdauern jedweder Beziehung. Das heißt in Kurzform: Wenn er sich ein Bein bricht, sollte Sie ihm empathisch entgegen kommen, nicht mit dem "…. siehst du, das hast du davon, ich habe es dir immer schon gesagt mit dem blöden Extremsport!" Mein Partner gehört mir ganz allein, es muss alles gemeinsam gemacht werden. Das geht natürlich nicht, der Mensch braucht sein Privatissimum. Typische Beispiele: sein Arbeitszimmer, seine Briefpost, sein Tagebuch. "Wenn der Partner mich lieben würde, dann könnte er mir die Wünsche von den Augen ablesen" ist auch so eine Fehlstereotypie. Selbst gute Partnerschaft macht niemanden zum Telepathen. Wer nichts sagt, ist selber Schuld! Es gibt gewisse typische Rollen, in die sich der eine oder der andere Partner begibt, um den anderen zu entwaffnen und/oder unter Druck zu setzen. Man ist das "arme Schwein", das Leiden ganz deutlich zeigt und daher getröstet und verhätschelt werden muss. Oder man zeigt, dass man eigentlich nichts dafür kann und die widrigen Umstände einen zu etwas gebracht haben oder dass man Opfer anderer Personen geworden ist und eigentlich nur bedauert werden muss. Praktikabel ist es auch zu zeigen, dass man zu irgendetwas (sei es Autoreparatur, sei es Wäsche waschen) völlig ungeeignet und untalentiert sei, der andere aber Spezialist dafür und er das daher unbedingt übernehmen sollte, etc., etc. Es werden in dem Büchlein also einige (keineswegs alle) Fehlverhalten relativ drastisch und plakativ aufgezeigt, wie sie sich in der Paarheziehung (Jugend bis Alter) nicht nur ergeben können, sondern häufig ergeben. Die beiden Autoren kommen aus der praktischen Psychotherapie und bringen ihr psychologisches Wissen leicht verdaulich ein. Das griffige und kleinformatige Buch ist auch sehr gut dazu geeignet, dass es vom Therapeuten dem Patienten als Lektüre empfohlen werden kann. Gerhard S. Barolin / Wien |
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Institut für Psychologische Psychotherapie Prof. Rainer Sachse - www.ipp-bochum.de |